Roadtrip von Phönix nach New Orleans
5.30 Uhr aufstehen und ab zum Flughafen Zürich. Unser Deltaflug ist nur zur Hälfte besetzt und so haben wir eine Mittelreihe für uns und niemanden dahinter. Nach dem sehr guten Essen können wir uns also getrost ganz zurücklehnen und die 10 Stunden bis Atlanta entspannt hinter uns bringen. Wir, das sind dieses Mal mein Sohn Patrick und meine liebe Freundin Rita. Schon in Atlanta müssen wir das Einreiseprozedere durchlaufen und das Gepäck neu durchchecken. Das geht sich mit 2 Stunden Zwischenstopp gerade aus. Jetzt sind es nur noch 3,5 Stunden bis Phönix. Dank der guten eMail-Beschreibung finden wir den Shuttle unseres Hotels „Sure Stay by Best Western“ auf Anhieb und können 10 Minuten später dort einchecken. Wir raffen uns noch auf, im nahen „Knock Kneed Lobster“ auf ein Hühnersandwich und ein kühles Modelo einzukehren. Seit 24 Stunden sind wir auf den Beinen und so ist es kein Wunder, dass wir danach nur noch müde ins Bett fallen.
Der Jetlag lässt uns schon um 5 Uhr morgens aufwachen. Gottseidank gibt es eine Kaffeemaschine im Zimmer und wir können einen traumhaften Sonnenaufgang beobachten. Schnell wird es warm. Von 15 Grad daheim geht es hier in Arizona tagsüber hoch auf fast 40 Grad. Als erstes holen wir am Flughafen unser Mietauto ab. Dank eines upgrades bekommen wir einen Toyota 4runner und Patrick, der die ganze Strecke fahren wird, ist super happy damit. Liebevoll wird unser Auto auf den Namen „Rachel“ getauft.



Wir gehen es heute langsam an. Nicht ganz 2 Stunden dauert die Fahrt bis zum Saguaro National Park. Im Visitor Center bezahlen wir die Parkgebühr und nehmen dann den „Bajada Scenic Loop“, einen Rundweg, der auf einer nicht asphaltierten Straße zu vielen Stopps mit kleinen Wanderrouten führt. Die zum Teil über hundert Jahre alten Kakteen mit ihren unterschiedlichsten Formen faszinieren uns ebenso wie der wunderbare Blick auf die Berge und das Tal.












Nächster Halt ist das Arizona Sonora Desert Museum. Wir zahlen die knapp 30 USD Eintritt, obwohl der Park nur mehr eine gute Stunde offen hat. Länger halten wir das Laufen in der Hitze aber ohnehin nicht aus. Hier sehen wir unter anderem Kollibris, Robben, Frösche, Lizzards, ein Ozelot, Bobcats, ein Coati und einen grauen Fuchs. Das Museum ist mehr ein Zoo samt Botanischem Garten und beherbergt nur Tiere und Pflanzen aus der Region. Es ist sehr beeindruckend und eigentlich ist die Zeit dann doch zu kurz.
Am Gates Pass halten wir, um den Blick über das Tal zu genießen, bevor wir in Tucson unser „Super 8 Motel“ beziehen. Nach einer ausgiebigen Dusche gehen wir in ein nahes Lokal zum Essen und lassen diesen herrlichen ersten Tag in Arizona noch einmal Revue passieren. Heute haben wir einfach auf gut Glück ein Motel angefahren. Für Tombstone, das morgen am Plan steht, reservieren wir jedoch rasch noch ein Zimmer vor.












Wir sind wieder sehr früh wach, frühstücken und fahren dann die 120 km nach Tombstone. Wir brauchen nur eine gute Stunde für die Strecke und sind daher seeeehr früh vor Ort. Gottseidank hat schon eine Espressobar offen, die nicht nur perfekten Kaffee hat, sondern deren Angestellter sehr gesprächig ist und uns schon allerhand über die Gegend erzählt. So vergeht die Zeit bis zur ersten Gunfight-Show sehr schnell. Die drei Schauspieler machen ihre Sache gut und wir fühlen uns zurückversetzt in die Zeit von Doc Holliday, Wyatt Earp und der Schießerei am O. K. Corral, die am 26. Oktober 1881 hier in Tombstone an der Ecke Fremont Street / 3rd Street stattgefunden hat.



Direkt nebenan ist ein Saloon. Perfekt um auf der schattigen Terrasse ein Bier zu trinken. Oder 2-3, da es so gemütlich ist und wir die stimmige Country-Musik genießen. Nachdem wir noch durch Old Tombstone geschlendert sind, checken wir am frühen Nachmittag im „Historic Inn Tombstone“ ein. Wir sind begeistert von den vielen liebevollen Details hier und fühlen uns sofort wohl. Wir Mädels gehen ein bisschen bummeln, während Patrick im Hotel die ersten Fotos sichtet. Rita war vor über 15 Jahren schon einmal hier und ist gespannt zu sehen, was sich alles verändert hat. Um 17 Uhr machen wir uns alle gemeinsam auf den Weg ins BirdCage – einem ehemaligen Theater und Unterhaltungslokal und das einzige noch erhaltene originale Gebäude aus dem Jahr 1881. Heute ist es ein Museum mit vielen Sammlerstücken aus der Zeit des großen Silberrausches und der Banditen. Im „Big Nose Kate’s Saloon“ beenden wir den Tag. Auf dem Heimweg scheint der Vollmond fast schon kitschig schön über das Städtchen.





















Nach einem ausgiebigen Westernfrühstück im „Longhorn“ machen wir uns auf den Weg. Heute haben wir eine 4stündige Fahrt bis Las Cruses vor uns. Wir fahren abseits der Interstate, was zwar etwas länger dauert, dafür landschaftlich viel schöner ist. Wir überqueren die Grenze zu New Mexico und haben dann am späten Nachmittag sogar noch Zeit, gemütlich am Pool unseres „Best Western Mission Inn“ zu sitzen. Abends laufen wir nach Downtown und finden ein sehr nettes Lokal, das nicht nur eigenes Bier herstellt, sondern auch eine gute Weinauswahl hat. Nach der Hitze des Tages schmeckt das kühle Gläschen Pinot Grigio besonders gut.






Las Cruses haben wir ausgewählt, weil es von hier nur eine knappe Stunde Fahrzeit bis zum „White Sands National Park“ ist. Ich war ja schon letztes Jahr im Rahmen unserer Weltreise hier, aber ich bin mir sicher, dass es Patrick viel Spaß macht, auf der schneeweißen Sandstraße zu cruisen. Wir nehmen uns etwa 1,5 Stunden Zeit, um verschiedene Dünen zu besteigen und unvergessliche Eindrücke in diesem besonderen Nationalpark am Rande der Chihuahua-Wüste zu sammeln.






Es ist erst Mittag und so entscheiden wir uns, auch noch einen Ausflug nach El Paso zu machen. Wir haben lange überlegt, ob wir die berüchtigte Grenzstadt in unsere Route aufnehmen sollen. Unsere Skepsis scheint berechtigt, denn wir erleben brutale Szenen mit einem randalierenden Mann und sind froh, uns in eine Gegend mit vielen netten Bars retten zu können. Von mittags bis 22 Uhr herrscht hier Happy Hour, was vermutlich auch zum einen oder anderen Konflikt beiträgt. Wir fühlen uns jedenfalls nicht wohl in dieser Stadt und brechen recht bald wieder nach Las Cruces auf. Da es gestern so nett hier war, verbringen wir den Abend im gleichen Lokal und lernen Angelo mit seinem Husky kennen. Der 24jährige hat allerhand zu erzählen und die Zeit vergeht wie im Flug.






Am Morgen suchen wir noch eine Unterkunft für den Big Bend National Park. Leider sind die Hütten im Park selbst noch nicht offen, weil die Hauptsaison erst Ende September beginnt und in Terlingua ist es wahnsinnig teuer, da hier vor allem besondere Unterkünfte gebaut wurden, um die Sterne zu beobachten. So fahren wir erst einmal los und werden schließlich in Alpine fündig, das sich als netter, texanischer Ort herausstellt mit vielen Straßenmalereien und schönen Cafés und Restaurants. Vor allem im „Spicewood Restaurant“ ist das Essen ein Traum und der „Saddle Club Alpine“ ist eine urige Bar – perfekt für einen Schlummertrunk.









Nach dem üblichen Motelfrühstück fahren wir die 1,5 Stunden bis zum Eingang des Big Bend National Park. Wir nehmen den „Ross Maxwell Scenic Drive“ und würden am liebsten alle 5 Minuten stehen bleiben, weil die Gegend einfach so unglaublich schön ist. Bizarre Bergformationen wechseln mit atemberaubenden Ausblicken. Wenn man Glück hat, kann man sogar Bären begegnen. Wir sehen leider keine. Eine Enttäuschung wartet auch am Ende der Strecke: Wir haben uns sehr auf den Rio Grande gefreut, aber die schweren Regenfälle im Sommer haben die Straße zum Santa Elena Canyon unpassierbar gemacht.












Der Vorteil ist aber, dass wir so noch Zeit haben, in die Terlingua Ghost Town zu fahren. Ein abenteuerlicher Roadtrip über Schotterwege und durch ein Flußbett, bei dem wir nicht sicher sind, ob unsere Rachel am anderen Ende wieder rauskommt. Aber alles geht gut. Die kleine Geisterstadt gibt nicht wirklich viel her und ist schnell besucht. Wir gönnen uns im „High Sierra Bar & Grill“ noch einen Chilli Hot Dog, bevor wir uns auf den Rückweg nach Alpine machen. Über 7 Stunden sind wir heute gefahren. Dementsprechen müde ist vor allem Patrick. Wir sind nur froh, dass es hier in Texas angenehme 33 Grad hat. Die große Hitze von Arizona und New Mexico scheint hinter uns zu liegen.






Unser nächster Stopp ist Del Rio, was eine gut 3stündige Fahrt bedeutet, die uns durch eine atemberaubend schöne Landschaft führt. In der Amestad Recreation Aera machen wir Pause. Hier mündet der Rio Grande in einen See – ein schöner Anblick. Und noch einen schönen Stopp legen wir spontan ein: In der „Val Verde Winery“ verköstigen Rita und ich 4 Weine. Im schattigen Garten verspeisen wir dazu ein Käse-Wurst-Platte und freuen uns, dass unser Trip bisher so wunderbar verläuft.
Dann checken wir im „Days Inn by Whyndham“ ein und während Patrick die Umgebung erkundet, befüllen wir Mädels die Waschmaschine und entspannen anschließend im Pool. Leider gibt es dort kein bisschen Schatten, sodass wir uns bald aufs Zimmer verziehen. Die Zeit bis zum Abendessen nutzen wir, um Tagebuch zu schreiben, Fotos zu sichten bzw. einfach zu relaxen.









Auch am nächsten Tag führt unser Weg durch ein wunderschönes Tal. Fotokamera und Drohne laufen heiß. Wir haben heute keine Eile, denn es sind nicht einmal 3 Stunden Fahrt bis San Antonio. Da wir unsere Privatwohnung, die direkt am Riverwalk liegt, noch nicht beziehen können, besuchen wir zuerst den Japanischen Garten und gehen in einer Mall in ein riesiges Outdoor-Geschäft. Dann können wir unsere fantastische Wohnung beziehen und vor allem das Auto für die nächsten 2 Tage in der Tiefgarage abstellen. Endlich einmal ein bisschen Erholung für unseren Fahrer! Den Abend verbringen wir natürlich in den vielen Restaurants und Bars am Riverwalk. Die Stimmung ist fantastisch und wir sind alle drei in Feierlaune!












Haben alle richtig gut und lange geschlafen. Mit einem Kaffee gestärkt laufen wir zu „The Alamo“. Die zum Fort ausgebaute ehemalige Missionsstation wurde bekannt durch die Schlacht von Alamo im Texanischen Unabhängigkeitskrieg. 1835/1836 wurden die Verteidiger des Forts schließlich von mexikanischen Truppen besiegt. Es gehört zu den meist besuchten Zielen in Texas.
Eine besondere Rolle spielt der Musiker Phil Collins. Er sammelte unzählige Gegenstände, Dokumente, Illustrationen und Bilder und veröffentlichte diese im März 2012 in seinem Buch „The Alamo and Beyond: A Collector’s Journey“, einem detailliert recherchierten geschichtlichen Abriss jener Zeit. Diese umfangreiche Sammlung stiftete Collins 2014 fast vollständig dem Alamo-Museum und sorgte so dafür, dass die über 200 Einzelstücke als ein Teil des geschichtlichen Erbes dorthin zurückkehrten, von wo sie einst stammten.
Nachdem wir noch ein „Duell“ am Vorplatz angeschaut haben, gehen wir in den umliegenden Shops auf die Suche nach ein paar Mitbringseln und landen schließlich bei „Rita’s Margarita“. Am Abend gönnen wir uns eine Bootsfahrt auf dem Fluss. Kitschig, touristisch und doch einfach so stimmungsvoll.















Weiter geht es ins tiefste Texas. Die heimliche Cowboy-Hauptstadt Bandera ist unser Ziel. Nach einem guten Frühstück in der Cowgirl Bar fahren wir zum Hill Country State Park. In der größten Mittagshitze wandern wir dort zu einem Aussichtspunkt auf die Twin Peaks und später noch eine zweite Route in der Ebene. In einem großen Bogen kehren wir nach Bandera zurück und beziehen unser Häuschen im „Vaquero Hotel“. Tracy von der Rezeption ist ein Schatz und gibt uns viele gute Tipps wie zum Beispiel einen Reitausflug und die Steak Night in der Cowboy Bar. In einem urigen Lokal essen wir zu Abend und genießen die Atmosphäre.









Patrick und ich haben einen Ausritt zu Sonnenuntergang gebucht. Leider kann Rita nicht mit, weil sie vor ein paar Tagen gestürzt ist und Schmerzen hat. Die Zeit bis dahin vertreiben wir uns im Ort. Zuerst Frühstück im „Ost“, wo sich offenbar auch alle Einheimischen treffen. Danach besichtigen wir das Frontier-Museum, bummeln durch die Läden und kaufen im Shop der Salt Company lokales Salz und Pfeffer. Überall sind die Leute total nett und nehmen sich gerne Zeit für uns. Den Nachmittag verbringen wir im Park und vor unserem Häuschen. Schließlich wird es für Patrick und mich Zeit. Treffpunkt ist im State Park. Die Strecke dahin kennen wir schon von unserem gestrigen Ausflug. Und wir haben so ein Glück: Nur wir zwei haben die Tour bei „Bandera Historical Rides“ gebucht. So kann sich Harrieth ganz auf uns konzentrieren. Sie sattelt unsere Pferde „Cash“ und „Annie“ und gibt uns eine kurze Einweisung. Gute 2,5 Stunden reiten wir durch die wunderbare Landschaft, sehen sogar Gürteltiere und sind perfekt zum Sonnenuntergang auf einer Anhöhe mit traumhaftem Ausblick. Was für ein Erlebnis!















Erst um 20 Uhr sind wir zurück in Bandera. Wir wechseln nur schnell die Schuhe und laufen dann zusammen zur Cowboy-Bar, wo heute die berühmte Steak Night stattfindet. Die Leute bringen ihr eigenes Fleisch mit und die Bar stellt die Grills zur Verfügung. Gegen eine kleine Gebühr kann man Kartoffeln und Salat kaufen. Das Ganze hat schon um 18 Uhr begonnen und wir sind leider zu spät zurückgekommen, um noch Fleisch oder Würstchen zu besorgen. Also fällt das Abendessen heute aus. Es gibt kaum Touristen, aber der ganze Ort scheint hier zu sein. Auch Harrieth und ihr Mann Tom sind da und wir laden sie zu einem Drink ein. Dann beginnt eine Live-Band zu spielen und alle Pärchen stürmen auf die Tanzfläche. Die Stimmung ist großartig und wir genießen den rundum tollen Abend. Texasfeeling pur!



Es hat sich bewährt, die Hauptrouten zu meiden und lieber einen Umweg zu fahren, um die Landschaft zu bewundern. So machen wir es auch auf dem Weg nach Austin. Wir haben eine Unterkunft in der Nähe von „Franklin BBQ“ gewählt. Denn der texanische Barbeque-Gott ist der Grund, warum wir überhaupt nach Austin fahren. Da wir reichlich gefrühstückt haben, haben wir mittags allerdings noch keinen Hunger und wie uns ein Schild zeigt, hat Franklin nur von 11 bis sold out (was meist so gegen 14 Uhr ist) offen. So beschließen wir, uns Austin anzusehen und laufen als erstes zum Kapitol, das eine Kopie von dem in Washington ist und sogar ein kleines bisschen größer sein soll. Über die 6th Street laufen wir zum „Shiner Saloon“ und sitzen dort an der Sonne bei einem feinen Bierchen. Kurzerhand buchen wir uns eine Ghost Walking Tour, die am Abend in der Nähe startet. Es ist sehr unterhaltsam. In etwa 1,5 Stunden spazieren wir zu verschiedenen Gebäuden, in denen es jeweils eine spukige Geschichte rund um mysteriöse Todesfälle zu erzählen gibt. Sehr cool ist die Heimfahrt. Denn unser Uber ist eines der vielen selbstfahrenden Taxis. Eine ganz besondere Erfahrung.












Am nächsten Morgen lassen wir das Frühstück ausfallen und laufen noch einmal in die City. Um halb 11 setzt uns dann ein Cyber Uber direkt vor „Franklin BBQ“ ab. Und was soll ich sagen, die Warteschlange ist schon endlos lang. Mit Campingstühlen und Sixpack bewaffnet, machen es sich die Leute gemütlich und warten darauf, dass das Lokal öffnet bzw. sie an die Reihe kommen. Gut finden wir, dass zwei Angestellte die Schlange abgehen und fragen, was man essen möchte. Sie geben auch Tipps und nehmen die Wünsche auf eine Liste. So haben sie einen guten Überblick, was noch vorrätig ist und man kann sicher sein, auch noch zu bekommen, was man möchte. Nach 2 Stunden ist es soweit – wir sind an der Theke angekommen und können unser Essen bestellen. Ich kann nur sagen, es schmeckt so super lecker, dass es jede Minute/Stunde Wartezeit wert ist. Patrick hat sich schon in der Warteschlange mit den beiden Jungs gut unterhalten, sodass wir am Ende sogar noch eine Sonderführung zu den Smokern bekommen.






Satt und gut gelaunt machen wir uns auf den Weg. Kurz vor dem Flughafen Austin erwischt ein Steinchen unsere Windschutzscheibe und verursacht einen kleinen Riss. Kurzerhand fahren wir am Flughafen zu Hertz und tatsächlich müssen wir unsere heißgeliebte Rachel zurücklassen und das Auto tauschen. Mit einem Chevrolet quälen wir uns durch den Wahnsinnsverkehr von Houston und erreichen schließlich am Abend unser Häuschen in Galveston. 145qm groß und ein Balkon mit Blick auf den Golf von Mexiko. Ein Traum!



Am Morgen laufen wir zum „Rainforest Café“, das sich als kunterbunte Erlebniswelt herausstellt. Aber das Frühstück ist üppig und super. Wir spazieren am Strand entlang zurück und weil wir herausgefunden haben, dass man hier einiges unternehmen kann, beschließen wir, einen Tag länger zu bleiben. Leider ist unser Häuschen dann nicht mehr frei, aber im Hotel auf der anderen Straßenseite gibt es noch Zimmer.
Wir verbringen den Nachmittag am Pool. Herrlich, auch mal einfach faul zu sein. Abends gehen wir in ein Fischrestaurant und lassen den Tag auf unserem Balkon ausklingen.









Da ich schon um 7 Uhr munter bin, laufe ich 1 Stunde am Strand entlang. Es ist herrlich. Dann packen wir zusammen und checken aus. In Galveston gibt es 3 Pyramiden, in denen ein Aquarium, ein Regenwald und ein wissenschaftliches Museum untergebracht sind. Wir besichtigen das Aquarium und den Regenwald. Beides ist sehr schön angelegt und den Besuch auf jeden Fall wert. Danach fahren wir ins historische Zentrum und laufen die Hauptstraße „The Strand“ rauf und runter. Hier ist es wieder recht heiß und vor allem schwül. Gelegenheiten für eine Trinkpause gibt es gottseidank genug. Schließlich fahren wir zu unserem Hotel, checken ein und gehen im nahen „Brick House“ essen. Wie meistens machen wir noch Pläne für den nächsten Tag und beschließen, auf dem Weg nach New Orleans auf jeden Fall noch einmal zu übernachten. Am besten in der Nähe von Lake Martin, wo wir online noch bei „Louisiana Swamp Tours“ eine Bootsfahrt buchen.


















Wir frühstücken gemütlich und fahren gute 4 Stunden bis zum Lake Charles. Dort machen wir eine Pause, spazieren eine kleine Runde und kehren in einem Bistro ein. Auftanken und noch 1 Stunde Fahrt bis Lafayette, das schon in Louisiana liegt. Unser kleines Holzhäuschen ist etwas heruntergekommen und liegt in einer uns unheimlichen Gegend. Obwohl es irgendwie putzig ist, fühlen wir uns nicht ganz wohl. Aber es ist ja nur für eine Nacht. Wir haben noch Zeit, Waschmaschine und Trockner anzuwerfen, bevor wir die kurze Strecke zum Lake Martin fahren. Wendy wartet mit ihrem Boot schon auf uns. Sie ist ein super Guide, weiß alles über die Gegend und findet Schildkröten, viele Vogelarten und Alligatoren im Gewirr der von Spanischem Moos bewachsenen Bäume. Wir fühlen uns wie in einer anderen Welt und die Stunde vergeht viel zu schnell.


















Aufbruch zu unserer letzten Etappe. Über die Landstraße fahren wir zunächst zur „Oak Alley Plantage“. Wir haben Glück und bekommen gleich den nächsten Besuchsslot für das 180 Jahre alte Herrenhaus. Leider darf man im Inneren keine Fotos machen, aber wir erfahren viel über das Leben auf der Zuckerrohrplantage in den 1840/50er Jahren. Im Anschluss können wir selbständig durch die Plantage schlendern, wo vor allem in den ehemaligen Hütten der Sklaven, deren Geschichten auf sehr persönliche Art und Weise erzählt werden.






Nun ist es nur noch 1 Stunde bis New Orleans, wo wir ausnahmsweise das Hotel schon vorab gebucht haben. Chris und ich waren letztes Jahr so begeistert vom „The Mercantile“, dass ich unbedingt wieder dorthin wollte. Wir können auch schon einchecken. Patrick und ich geben das Auto zurück, das wir hier in der Stadt nun nicht mehr brauchen. Die Hertz-Filiale liegt zu Fuß nur gute 10 Minuten entfernt, was natürlich ideal ist.
Dann laufen wir ins French Quarter und landen schließlich im „Legends Park“, wo eine super Jazz-Band spielt und die Cocktails außergewöhnlich gut sind. Das ist New Orleans-Feeling pur. Unser letzter Stopp für heute ist das „Ernst Café“, wo wir klassich Jambalaya und Debri Fries essen.






Heute nehmen wir den Hop on/off-Bus und fahren den Loop einmal komplett durch. In der 2. Runde steigen wir am „Café du Monde“ aus und probieren die berühmten Beignets. Wir stöbern im French Market, laufen durch die Straßen, bewundern die Gebäude und landen wieder im „Legends Park“. Wir hören zwei Bands zu und gehen dann noch in einer Bar essen. Dann ist es aber Zeit für einen weiteren Höhepunkt: Wir haben eine Fahrt auf dem Mississippi mit dem Schaufelraddampfer gebucht. Die „Natchez“ wird leider gerade überholt, daher fahren wir mit dem Schwesternschiff. Als wir auslaufen, geht die Sonne unter und taucht die Stadt in ein wunderbar warmes Licht. Wir sitzen an der Reiling, kommen mit den Mitreisenden ins Gespräch und haben eine schöne Zeit an Bord. Noch einmal laufen wir durch die Bourbon Street zu unserem Hotel, wo wir todmüde ins Bett fallen.





















Unser letzter Tag bricht an. Wir spazieren über den Riverwalk in die Stadt. In einem Hinterhof finden wir ein nettes Café, in dem wir lange sitzen und unseren Roadtrip durch den Süden der USA Revue passieren lassen. Wir bummeln durch die Straßen, kaufen letzte Souveniers und kehren für einen Cocktail noch einmal im „Legends Park“ ein, wo wir schon wie alte Bekannte begrüßt werden. Zum Schluß sitzen wir wieder im „Ernst Café“ (es liegt nur ein paar Minuten vom Hotel entfernt) und probieren eine weitere lokale Spezialität: ein Gambo.
Dann heißt es Koffer packen, denn morgen geht es wieder zurück nach Österreich. 4.141 Kilometer sind wir gefahren, haben dabei 4 Bundesstaaten durchquert, traumhafte Landschaften gesehen, wunderbare Menschen getroffen, herrlich gegessen und viele Erlebnisse gesammelt: Wanderungen in Naturparks, Reiten bei Sonnenuntergang, Gunfights, Bootsfahrten und Cybertaxis, Kulturelles und Kulinarisches und unendlich vieles mehr. Es wird eine Weile dauern, bis wir realisieren, was wir in diesen 3 Wochen alles erleben durften.

(September 2025)
