Malta ist für seine historischen Stätten bekannt. Hier findet man Tempelanlagen, die zwischen 3800 und 2500 v. Chr. erbaut wurden. In der Bronzezeit wurde der Archipel neu besiedelt. Aufgrund seiner strategisch wichtigen Lage wurde Malta abwechselnd von fast allen großen Kulturen des Mittelmeerraums erobert: Phönizier, Römer, Goten, Mauren, Normannen, der Johanniterorden, Franzosen und Briten – alle hinterließen ihre Spuren auf den Inseln.
Wir freuen uns jedenfalls, dass wir 9 Tage Zeit haben, Geschichte und Landschaft näher zu erkunden. Das „Novotel Malta Sliema“ liegt ideal für uns. Nur wenige Gehminuten von Promenade, Hafen und Bushaltestelle entfernt, sind wir jeweils in kürzester Zeit startbereit.
Bei Claire, die in unserem Hotel Ausflüge organisiert, kaufen wir einen Premium Pass für 99,- Euro, mit dem wir in den nächsten 7 Tagen per Hop-on/off-Bus unterwegs sind.
Tag 1:
Wir nehmen die Südroute und halten als erstes in Birgu, das als eine der „drei Städte“ auf einer keilförmigen Halbinsel liegt, die in die Meeresbucht Grand Harbour hineinragt. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die Hauptstadt Valletta. Aber auch der Ort selbst ist wunderschön mit seinen kleinen Gassen und dem mächtigen „Fort St. Angelo“. Der Eintritt in die mittelalterliche Burg ist, wie in über 20 andere Heritage Sites, inbegriffen und wir verbringen viel Zeit damit, jeden Winkel zu erkunden und die Aussicht zu genießen.
Weiter geht es zur „Blauen Grotte“. Der kleine Ort scheint eine einzige Baustelle zu sein, aber die Ausflugsboote, die malerisch im türkisblauen Wasser schaukeln, stehen bereit. Wir investieren die 10,- Euro gerne, um die kurze Fahrt entlang der Küste und in diverse Höhlen zu erleben. Höhepunkt dabei ist natürlich die Blaue Grotte, in der das Wasser besonders schön ist und die Wände von rötlichen Korallen überzogen sind.
Da der Bus nur im Stundenrhythmus kommt, geht sich lediglich ein weiterer Stopp aus: die „Hagar Qim & Mnajdra Tempel„. Sie gehören zu den fünf großen maltesischen Tempelkomplexen und befindet sich südlich von Qrendi auf einem Hochplateau über dem Meer. Zum Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen wurden sie mit einer Zeltkuppel überdacht, die für die Zeit der Restaurierung in den nächsten ca. 20 bis 25 Jahren stehen bleiben soll. Auch wenn die bronzezeitlichen Tempel zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören und eine enorme historische Bedeutung haben erschließt sich uns diese nicht. Die wenigen Hinweistafeln bieten uns zu wenig Information.















Tag 2:
Zunächst genießen wir ein feines Frühstück an der Promenade, denn wir haben etwas Zeit, bis unsere Hafenrundfahrt um 10.30 Uhr startet. Auch diese ist im Premium Pass enthalten. Eine gute Stunde schippern wir durch die verzweigten Häfen, erfahren viel zu den Festungsanlagen und genießen den Blick auf die Küstenorte vom Wasser aus.
Dann nehmen wir den Bus nach Valletta. Als erstes gehen wir in die „Malta Experience“, eine audio-visuelle Show, die die dramatische 7000 Jahre alte Geschichte der Insel zeigt. Gleich nebenan liegt „Fort St. Elmo“ samt „War Museum“. Die eindrucksvolle Festung hat schon den Angriffen der Osmanen standgehalten. In den zahlreichen, gut gestalteten Räumen des Museum erfährt man viel über die wehrhafte Vergangenheit der Insel.
Durch die netten Gassen und Straßen laufen wir schließlich zur Waterfront, um dort in einem der netten Restaurants zu Abend zu essen. Da es für den letzten Bus zu spät ist, fahren wir per Uber zurück zum Hotel.















Tag 3:
Wir nehmen die Nordroute und steigen in der „Farsons Brewery“ aus. Vielleicht ist es etwas früh am Tag, aber nachdem wir mit dem Audioguide durch die Ausstellung gelaufen sind, gibt es auf der Dachterrasse die diversen Biersorten auch gleich zu verköstigen. Führung und Tasting sind ebenfalls in unserem Premium Pass inkludiert. Gottseidank gibt es auch ein Restaurant, denn nach den 5 Biersorten brauchen wir zuerst einmal etwas im Magen.
Gestärkt fahren wir weiter in die ehemalige Hauptstadt Mdina. Durch das große Stadttor betritt man direkt die mittelalterliche Altstadt. Während in Valletta alle Straße gerade verlaufen, ist hier alles verwinkelt. An der Kathedrale und barocken Palästen vorbei, erreicht man schließlich die Stadtmauer und blickt von hier in die grüne Umgebung. Endlich grün, denken wir. Denn bisher haben wir vor allem die stark verbaute Küstenregion gesehen. Diesen Ausblick genießen wir auch noch von der Dachterrasse des „The Knights Kitchen“. Hier wäre es sicher auch am Abend wunderschön. Wir geben uns mit Kaffee und köstlichen Cannoli zufrieden.
Weiter geht es in den Norden Maltas zum „National Aquarium“ in San Paul. In der Bucht hier soll der Apostel Paulus im Jahr 60 n.Chr. auf seiner Reise nach Rom Schiffbruch erlitten und das Christentum auf die Insel gebracht haben. Das Aquarium selbst ist schön angelegt mit vielen Stationen für Kinder und beherbergt mehr als 175 verschiedene Tierarten, darunter Fische, Weichtiere, Reptilien und Insekten.
Der einsetzende Abendverkehr macht die Straßen dicht und wir brauchen ewig, bis wir entlang der Hotelroute wieder zurück in Sliema sind. In einem der vielen Restaurants an der Promenade lassen wir den Tag ausklingen.





















Tag 4:
Für heute haben wir den ebenfalls zum Pass gehöhrenden Tagesausflug nach Gozo und Comino gebucht. Leider ist es heute recht bewölkt und ein kalter Wind erwartet uns nach der einstündigen Bootsfahrt in Gozo. Hier hätte man die Möglichkeit, gegen Aufpreis mit dem Bus über die Insel zu fahren. Da wir aber schon einen weiteren Ausflug hierher für kommende Woche gebucht haben, verzichten wir darauf. So haben wir 3 Stunden Zeit, um zu Fuß zum „Fort Chambray“ (das leider geschlossen ist) und zur „Ghajnsielem Parish Church“ hinaufzuwandern. Rechtzeitig sind wir wieder am Hafen, um weiter nach Comino zu fahren. Ähnlich wie bei der Blauen Grotte gibt es auch hier schöne Höhlen, an denen wir entlangfahren, bis wir schließlich die „Blaue Lagune“ erreichen und dort an Land gehen. Vorbei an den unzähligen Getränkeständen laufen wir auf einen Küstenpfad, von dem man einen herrlichen Blick in die Bucht hat. Ein paar Wagemutige baden bereits im 16 Grad kalten Wasser. Trotz des grauen Himmels sind die Farben des Wassers unbeschreiblich.
Bei zunehmendem Wind und rauher See geht es schließlich zurück nach Malta. Das Boot schaukelt ganz schön und die Besatzung hat alle Hände voll zu tun, um viele seekranke Passagiere mit Tüten zu versorgen. Sie sind sehr umsichtig dabei und wir sind froh, dass es uns nicht erwischt und wir später noch in aller Ruhe die Happy Hour an unserer Ausgehmeile genießen können.















Tag 5:
Heute führt uns die Südroute ins „Science Museum“, in dem auch das Planetarium untergebracht ist. Die vielen wissenschaftlichen Stationen sind alle vor allem für Kinder aufbereitet und man könnte hier einen ganzen Tag verbringen. Wir sind aber vor allem gespannt auf das Planetarium, das uns aufgrund seiner Glaskugel schon am ersten Tag von der Festung San Angelo aus aufgefallen ist. In der Kugel ist ein Kino untergebracht, in dem man sich in den Sitzen ganz zurücklehnt, denn die Kuppel ist die Leinwand. Leider beschäftigt sich der gezeigte Film dann nicht mit der Enstehung der Welt oder den Planeten, sondern mit den menschlichen Zellen. Auch wenn es ganz gut gemacht ist, sind wir dennoch enttäuscht.
Der letzte Punkt, der uns auf der Route noch fehlt, ist das malerische Fischerdorf Marsaxlokk. Der Name setzt sich aus dem arabischen Wort Marsa für Hafen und dem maltesischen Wort Xlokk, dem Südwind, zusammen. Hier durchstreifen wir den Markt und kehren in einem der vielen netten Restaurants ein.












Tag 6:
Nachdem wir in den letzten Tagen so viel unterwegs waren, machen wir einen faulen Tag. Wir frühstücken am Hafen und durchstreifen dann die Geschäfte in Sliema. Dabei entdecken wir auch eine schöne Shoppingmall am Tigné Point. Den Nachmittag verbringen wir am Hotelpool und abends bummeln wir an der Promenade.

Tag 7:
Heute ist der letzte Tag, an dem unser Ticket gilt und wir fahren noch einmal nach Valletta. Das City Center haben wir bis jetzt noch gar nicht gesehen. Es ist Sonntag und sehr viel los, insbesondere weil heute die jährliche Parade der „Scouts“ stattfindet. Wir schauen eine Weile zu, durchstreifen dann die Straßen und Plätze und gönnen uns ein herrliches Eis.
Weil es uns so gut gefallen hat, fahren wir noch einmal nach Birgu. Hier ist es bedeutend ruhiger und in einem kleinen maltesischen Restaurant probieren wir – an der Sonne sitzend – eine lokale Spezialität: hausgemachte Ravioli mit Ricottafüllung in einer würzigen Tomatensauce. Dazu maltesischer Rotwein. Kann das Leben schöner sein?
Für 3,- Euro kann man mit einem der traditionellen Boote rasch zurück nach Valletta fahren. Erst an unserem letzten Tag bemerken wir, dass man damit auch von Valletta nach Sliema fahren könnte. Wir nehmen jedoch den letzten Hop-on/off-Bus zurück und haben das Gefühl, dass wir unser Ticket absolut gut ausgenutzt haben.















Tag 8:
Es ist soweit. Heute haben wir ein besonderes Highlight vor uns. Zunächst geht es mit einem Shuttlebus in den Norden der Insel. Dort werden wir im Hafen von einem kleinen Boot erwartet und setzen über nach Gozo. Am Pier wartet Stefan von „Gozo Pride“ mit dem Jeep auf uns. Und damit düsen wir heute über die Insel. Und düsen ist wirklich so gemeint. Stefan mag es, statt auf der Hauptstraße durch die engen Gassen zu fahren und seine Fahrkünste zu zeigen. Aber er ist auch ein wirklich toller Guide, der seit 5 Jahren hier lebt und sich super auskennt. In Xlendi spazieren wir einmal um die kleine Bucht, trinken Espresso und bewundern einmal mehr das klare Wasser. In San Lawrenz besteigen wir ein Boot und fahren durch eine enge Höhle aufs Meer und der Küste entlang, um weitere Höhlen zu sehen. Auch bei unserer dritten Fahrt dieser Art, sind wir den Anblick nicht überdrüssig. Weiter geht es zu den Salzpfannen in Zebbug. Wir erfahren, dass es heute nur noch 2 Familien gibt, die auf diese Weise Salz gewinnen. Es ist einfach nicht mehr rentabel genug. Beim Mittagessen in einem traditionellen Lokal warten Pastizzi als Vorspeise, eine Rindsroulade mit Gemüse und Kartoffeln sowie Eis als Dessert auf uns. Das alles auf einer luftigen Terrasse mit Blick auf die Kathedrale von Xewkija. In Victoria besichtigen wir die Cittadella und werfen schließlich noch einmal von der Küste aus einen Blick auf die Blaue Lagune bei Comino. Stefan meint, im Sommer sieht man vor lauter Booten kaum noch das Wasser. Da sind wir doch froh, jetzt hier zu sein. Schließlich setzt er uns wieder am Hafen ab. Auf dem Rückweg streift unser Boot noch einmal die Küste von Comino, bevor es zurück nach Malta geht. Auf der Terrasse des „Punto Bar & Dining“ beenden wir diesen traumhaften, erlebnisreichen Tag.



























Tag 9:
Unser letzter Tag bricht an. Wir spazieren noch einmal zum Tigné Point und frühstücken dort. Dann besorgen wir noch ein paar Souveniers und entspannen ein letztes Mal am Hotelpool. Abends schlendern wir wie meist die Bar- und Restaurantmeile an der Promenade entlang, bestellen noch für den nächsten Tag unser UBER zum Flughafen für 7.30 Uhr und lassen die letzten Tage bei einem Aperol Spritz Revue passieren. Schön war’s hier!



(April 2026)
